www.willis-werft.de

Bella

...oder Liebe auf den zweiten Blick.

 

Bei diesem Projekt sollte ich ein wenig ausholen - besser gesagt beginnt diese Geschichte in den Anfängen der siebziger Jahre...

Eigentlich ist es eine traurige Geschichte über ein vergessenes Boot, aber ich bin guter Hoffnung, das es ein "Happy End" hat...

Ganz genau kann ich es nicht mehr sagen, aber es muß in den Jahren '72-'76 gewesen sein. Mein Vater hatte von einem Bekannten ein Modellschiff geschenkt bekommen. Es war eine Mahagoniyacht - keine Riva, was die meisten Modellbauer mit Mahagoni verbinden. Das Boot war genau 1 Meter lang und hatte hinter dem Cockpit einen Kajüttaufbau. Das Unterschiff und Dach des Kajüttaufbaus waren in Hellblau lackiert, Beschlagteile waren in Messing gefertigt. Angetrieben wurde das Boot von einem Verbrennungsmotor.

Der Rumpf war aus einem Mahagoni furnierten Styroporkörper. Noch Heute frage ich mich ob es sich um ein Unikat oder um einen Bausatz handelt. Schon damals entfernten wir den Verbrennungsmotor und ersetzten ihn durch zwei Decaperm Elektroantriebe. Das Boot wurde einige Male zu Wasser gebracht, wurde aber niemals optisch aufgebessert.

Es muß an meinem damaligem Alter gelegen haben, jedenfalls fand ich das Mahagonidesign ätzend und überredete meinen Vater das Boot umzubauen. Es entstand ein anderer Aufbau in weißem Lackdesign, der aber nie fertig gestellt wurde... Das Boot verschwand im Keller.

Jahre später, ich muß so um die 19 Jahre alt gewesen sein, nahm ich mir das Boot vor und entfernte den Aufbau und legte das Boot wieder zur Seite. Im Jahr 2004 faßte meine Mutter den Entschluß umzuziehen - dabei fiel mir das Mahagoni Boot in die Hände - es sah schon recht mitgenommen aus. Ich packte das Boot zu den anderen "Baustellen" in meinem Keller.

img_0569_klein

Ende August des letzten Jahres war es dann soweit. Die Zeit war gekommen diesem tollen Boot eine Aufgabe zu geben und es wieder auf's Wasser zu bringen...

Das Boot sollte eine SIE sein, und "SIE" sollte BELLA heißen ...

Jahresrückblick 2011

Nicht zu fassen, mein letzter Bericht liegt jetzt schon fast ein halbes Jahr zurück. Da liegt die Vermutung nahe, ich hätte mein Hobby eingestellt oder zumindest eine längere Pause eingelegt. Aber der Schein trügt, gerade in den letzten Monaten sind einige Stunden verbastelt worden.

Aber reden wir zunächst über die Fahrsaison 2011.

Schnellboot "Frettchen" - Typ 142 im Maßstab 1:45

Vor circa einem Jahr war ich damit beschäftigt, die Mannschaft für mein "Frettchen", Schnellboot Typ 142, zusammenzustellen.

Im März folgte dann der Stapellauf, und über das Jahr verteilt sind einige Ausfahrten mit dem Boot gemacht worden. Die Motorisierung wurde noch mindestens 2 mal geändert, da es immer wieder Probleme mit den Antriebsmotoren gab. Letztendlich wurden die Motoren mit Kühlrippen versehen und dem Boot wurde unter dem Deckshaus ein Lüfter spendiert, so dass die Motortemperatur deutlich gesenkt werden konnte.

img_0951 img_0953

Doch auch optisch haben die verschiedenen Ausfahrten Ihre Spuren hinterlassen, so dass das Frettchen eine Überholung benötigte. Wer meinen Youtube Channel verfolgt, kann sich vielleicht an meine Ausfahrt vom 31. Mai in Schloß Dankern erinnern. An dem Tag herrschte (aus Sicht eines Modellbootes) eine rauhe See. Für die Dichtigkeit des Bootes war das kein Problem, aber die Torpedorohre, die in den Sechzigern aus Pappe gefertigt worden waren, und denen ich nur äusserlich einen neuen Anstrich verpasst hatte, schluckten an diesem Tag soviel Wasser, dass sie aufquollen und den Lack sprengten.

img_1466

Im Herbst gab es einen Kurzschluß in einer Steckverbindung. Das Boot war dadurch manövrierunfähig, fuhr unter einen Anleger wobei zwei Besatzungsmitglieder von den Füßen gerissen wurden und die Scheibe auf der Brücke in Fetzen hing als das Boot auf der anderen Seite wieder zum Vorschein kam.

img_1468

Am 5. November war es dann soweit. Ein kleines Küstenwachschiff, Moment da war doch mal was, raste in voller Geschwindigkeit über das Heck, riss einen Matrosen von den Füssen, und verursachte an der Steuerbordseite und an der inneren wasserdichten Abdeckung einen erheblichen Schaden, der ein weiteres Betreiben des Bootes bis zur Reparatur nicht möglich macht.

img_1123 img_1122

Seenotrettungsboot "Erich Weidner" im Maßstab 1:20

Ganz anders verhielt sich mein Seenotrettungsboot in seiner ersten Saison. Bis auf den Austausch der ersten Motorisierung, die bereits nach der ersten Fahrt fällig war, hat sich das kleine wendige Boot als sehr zuverlässig erwiesen. Einzig und allein der Ruderservo, der bereits vor der Aufarbeitung verbaut war, wird in den nächsten Wochen getauscht, da er sich nicht mehr gut anhört.

Und sonst...

Leser dieser Seite vermissen sicher Neuigkeiten über das Minensuchboot "Pluto" und die "Miezekatze", ein Schnellboot des Typs 142a ... Ich gebe zu, diese Projekte (ein wenig) vernachlässigt zu haben, aber Mitte letzten Jahres zeichnete sich ab, dass wir in unserer kleinen Modellbauflotte mit zweieinhalb Kapitänen (zur Erlärung: zwei Männer um die vierzig und ein Sechsjähriger) ein Problem bekamen... der Sechsjährige war einfach zu schnell. Unbeabsichtigt hatte Papa dem "Kleinen" ein Boot hingestellt, was uns Samstag für Samstag in Grund und Boden fuhr (Stichwort: "Ist das bei Dir Vollgas? Bei mir ist das hier Vollgas.."). Man kann sich jetzt darüber streiten, ob es zur Ausübung dieses Hobbies notwendig sei, ein schnelles Schiff zu haben, bzw. ob man mit vierzig Jahren nicht die innerliche Reife und Größe erlangt haben sollte, einem Sechsjährigen diesen Triumph zu gönnen...

Unter dem Motto "Kinder brauchen Grenzen" beschlossen wir "Großen" uns von unseren nächsten Projekten zu verabschieden um mal schnell was Schnelles zu basteln. Alex, bastelte in Wahnsinns-Geschwindigkeit eine PT-15, die er im Antrieb modifizierte. Das Ergebnis könnt Ihr auf meinem Youtube Channel sehen...

Und ich? Ich ging erstmal in den Keller...

Aber davon bald mehr!

EILMELDUNG: Kutter rettet Seenotrettungsboot

img_0758

Dramatische Bilder konnten einige Besucher des Donoper Teiches am heutigen Samstag Nachmittag verfolgen. Ein Seenotrettungsboot, welches mit Maschinenschaden abzutreiben drohte, konnte durch den Einsatz eines Kutters sicher ans Ufer gebracht werden.

Der Betreiber des SRB gab später zu Protokoll: "Wir haben mit dem Schaden gerechnet, ein anderer Antriebsmotor der gleichen Generation machte bereits vor 14 Tagen Probleme, wobei sich das Lager durch das Gehäuse des Motors brannte."

Leider wurde die Rettungsaktion durch einen minderjährigen Sportbootfahrer, getarnt als Küstenwache, der durch waghalsige Manöver den Havarierten und seinen Retter kräftig ins Wanken brachte, immer wieder behindert.

So, Spaß beiseite...

Einige Tage sind ja bereits seit dem letzten Beitrag ins Land gegangen. Wie Ihr schon auf dem ersten Bild sehen könnt, hat sich mein Seenotrettungsboot gut weiterentwickelt. Die Lackarbeiten gingen gut von der Hand, hier und da ist noch Einiges zu tun, sodaß das Boot bald fertig gestellt wird. Schaut Euch einfach die Bilder an. Eigentlich fehlt nur noch der Name, der bereits gedruckt ist und noch darauf wartet einlaminiert (und lackiert) zu werden.

Die Bootskennnummer und das "SAR" am Bug sind mit meinem Hand-Plotter Wink entstanden. Das "SAR" wurde auf einem Blatt Papier angezeichnet, gescant, gespiegelt, gedruckt und dann auf die Rückseite der Lackfolie geklebt. Danach wurde das ganze mit einem Bastelmesser und Stahllineal (bei Bedarf) ausgeschnitten. Um die Buchstaben zu fixieren (Trägerfolie) habe ich ein Stück Dekoklebefolie (auf den Bildern "schwarz") aufgebracht, die sich danach leicht abziehen lässt.

img_0730 img_0731 img_0732 img_0733 img_0734


Soweit alles Bestens...

Das eigentliche Ärgernis steckt im Antrieb, und nicht nur in diesem. Der Antrieb des Frettchens muß auch getauscht werden. Nach "zu langsam" kam zu "heiß" und danach kam "kaputt".

In dieser Woche sollen allerdings die Abhilfe schaffenden Antriebe eintreffen - Es bleibt spannend...

Bis dahin...

Willi

 

Der Zweck heiligt die Mittel

Wow, sechs Wochen sind schon vergangen seit ich das letzte Mal von meinen Basteleien berichtet habe.

Nicht daß es nichts zu berichten gab, aber ich wollte erst ein paar Erfahrungen sammeln bevor ich an dieser Stelle Halbwahrheiten darbiete. Das gute Wetter in den letzten Wochen machte es möglich ein paar Testfahrten durchzuführen.

In einem älteren Bericht vom 14. März bezeichnete ich das Fahrverhalten der Frettchen als instabil... gemeint war katastrophal! Bei Kurvenfahrt kränkte das Boot nach Außen, was wie ich in mehreren Foren schon gelesen hatte und auch auf verschiedenen YouTube Videos ähnlicher Boote schon gesehen hatte. Bei Vollgasfahrt schlug das Boot sich auf eine Seite.So machte das keinen Spaß.

Dazu machte folgende Modifikationen:

Die Trimmung wurde durch Anbringung eines Kiels verbessert. Zum Test brachte ich ein Kunstoffrohr mit 600gr Bleikugeln unter dem Rumpf an.

img_0408_h

Die erste Testfahrt war schon ein Erfolg. Die Kurvenlage wurde wesentlich verbessert und der Geradeauslauf ist jetzt stabiler. Eine spätere Anpassung der Motordrehzahl brachte den endgültigen Erfolg.

Um die Motordrehzahl pro Antrieb zu steuern, erwarb ich eine programmierbare Fernsteuerung. Die Konfiguration (vom 14. März) hat sich dadurch wie folgt geändert:

- Antrieb über 2 Graupner Speed 600 BB (7,2 V)

- 2 Speed Profi 40R (angesteuert über Mischer)

- 2 NiMh Akkus (je 7 Zellen)

Das mit Bleikugeln (3mm) gefüllte Kunstoffrohr hatte eine Länge von ca 40cm. Das war natürlich zu lang. Ein guter Freund, Jannes Fellendorf, fertigte mir ein mit Blei ausgegossenes Kupferrohr an, daß bei gleichem Gewicht nur noch ca 17 cm lang ist. Um das Rohr am Boot zu befestigen baute ich in den Rumpf zwei Eindrehmuttern ein. Die gleichen Eindrehmuttern wurden ebenfalls im Kupferrohr eingegossen. Vor der Fahrt wird der Kiel mittels Gewindestangen am Boot befestigt. Die hier gezeigten Bilder sind allerdings noch nicht die endgültige Lösung. In Sachen Form und Stromlinienförmigkeit sind wir noch am Basteln.

img_0455 img_0454 img_0456
img_0458 photo_apr13 photo_apr14

Es wird sicher einige unter Euch geben die diese Art der Trimmung nicht gutheißen werden, aber das Fahrbild heiligt hier die Mittel.

Nebenbei machte ich mich daran die "Schütze" von meinem Freund Wini teichfertig zu machen. Die erste Ausfahrt wurde mit einem 6V Akku betrieben was ziemlich ernüchternd wirkte - die Topspeed war einfach zu niedrig. Ich montierte Propeller mit größerer Steigung und rüstete das Schiff mit einem 12V Akku aus. Das Ergebnis ist sehr befriedigend. Die Getriebemotoren machen diesen Leistungszuwachs ohne Weiteres mit und liefern eine eindrucksvolle Geräuschkulisse. Hört es Euch einfach selber an. Unter dem Menüpunkt "Fotos und Videos" findet Ihr die aktuellen Videos auf meinem YouTube Kanal.

Da ich zur Zeit auf Teile für die "Miezekatze" warte, nahm ich mich einem Seenotrettungsboot von Graupner an. Das Boot habe ich schon vor längerer Zeit bei einer Internetauktion für wenig Geld erworben und kam kurze Zeit später im Zustand "Keiner hat mich lieb" - siehe Fotos - an. Das Boot musste zunächst einmal von einer Menge Silikonverklebungen befreit werden. Danach wurden die Welle wieder neu eingesetzt und ein neuer Motor spendiert. Die Ruderansteuerung wurde erneuert und eine Wartungsöffnung für den Ruderkoker in das Deck geschnitten. Die Reling am Deckshaus wurde neu gelötet und das Deckshaus ausgebessert. Um die Farbreste auch von den Scheiben zu bekommen verwendete ich Aceton. Bekanntlich erblindet der Kunstoff nach dieser Behandlung. Er läßt sich allerdings mit Displaypolierpaste wieder in den Urzustand zurückversetzen.

img_0492 img_0493 img_0494
img_0496 img_0503 img_0546

Nach der ersten Probefahrt, die Ihr auf meinem YouTube Kanal sehen könnt, mussten noch einige Dichtheitsprobleme gelöst werden. Das stellte allerdings kein Problem dar.

Alles in allem ein klasse Boot mit einem super Fahrbild, daß richtig Spaß macht!

Zur Zeit bin ich an der Lackierung des Kleinen, also bald gibt's Bilder des fertigen Bootes.

Bis dahin...

PROJEKT MIEZEKATZE: Der Anfang

Bis zur nächsten Ausfahrt, besser gesagt Testfahrt des Frettchens nutze ich die Zeit ein anderes Projekt anzuschieben. Ich würde mich als eher seriösen Modellbauer bezeichnen, soll heißen das äußere Erscheinungsbild soll dem Original möglichst gleichen. Falsche Farbwahl oder zusätzlich verbautes Schnickschnack ärgert mich immer. Im nächsten Projekt werde ich aber gerne über meinen Schatten springen.

Alles begann mit einem Gespräch über die Namensgebung der Schnellboote des Typs 142(a) mit meiner Freundin, außerdem schlug ich ihr vor doch mal mitzukommen und vielleicht selber ein Boot zu steuern. Die Frage ist eigentlich absolut absurd... dachte ich...

"Dann will ich mir aber den Bootsnamen aussuchen" erwiderte sie. Sealed

Da wird meine "Puma" (ex Wiesel) jetzt wohl warten müssen. Mein nächstes Projekt heißt "Miezekatze", ein Schnellboot des Typs 142a. Bis auf den Namen, Geschwaderwappen und Nummer möglichst originalgetreu.

Der Rumpf hat seinen Anstrich ja schon erhalten. Heute ging es an die Decksaufbauten. Beschwerte ich mich beim "Frettchen" darüber daß sich Baugruppen nicht trennen lassen und somit schwer zu restaurieren sind, platzten die ABS Aufbauten schon beim genaueren Hinsehen vom Deck. Die Materialien und Klebeverbindungen sind über die Jahrzehnte mürbe geworden. Nach kurzer Zeit hatte ich eine ganze Menge Einzelteile. Das Deckshaus entfernte ich von allem zusätzlich angeklebten Bauteilen, wie Radom, Schlauchboot etc. und begann mit den ersten groben Schleifarbeiten.

Das nackte Deck machte keinen guten Eindruck. Da ich zwei Decks zur Auswahl hatte nahm ich das besser passende. Um die zukünftigen Klebeverbindungen haltbarer zu machen und die Restaurierung zu beschleunigen brachte ich eine aus zwei Hälften bestehende ABS Platte auf, die mit doppelseitigem Klebeband fixiert wurde. Meiner Ansicht nach sollte die Klebeverbindung haltbar genug sein. 

cimg0826_20110329 cimg0827_20110329 cimg0828_20110329
cimg0829_20110329 cimg0830_20110329 cimg0831_20110329

Das wär's für heute. Am Wochenende soll die längst überfällige Ausfahrt mit dem "Frettchen" stattfinden. 

Bis dahin...

Willi


Seite 1 von 7
Besucher